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16.09.2008 (Em)
Entspannung zeichnet sich ab: Morales und Provinzgouverneure wollen Gespräch suchen
     

Ende der Krise in Bolivien? Präsident Morales und die fünf gegnerischen Gouverneure wollen miteinander sprechen. Außerdem sicherte der Staatenbund UNASUR Morales Unterstützung zu.

Nach den bürgerkriegsähnlichen Unruhen der letzten Tage deutet sich eine Entspannung der Situation in Bolivien an. Präsident Morales und seine Gegner aus den fünf Provinzen, die mehr Autonomie fordern, erklärten beiderseits ihre Bereitschaft, Gespräche aufzunehmen und den Konflikt friedlich zu beenden.

Morales wurde außerdem von den Präsidenten des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR gestärkt, die bis in die Nacht auf einem Krisengipfel in Santiago de Chile tagten. Nach fast sechsstündigen Beratungen erklärte Chiles Präsidentin Michele Bachelet: "Angesichts der schweren Krise, in der sich das Bruderland Bolivien befindet, und um den politischen Dialog sowie die Zusammenarbeit zur Festigung der bürgerlichen Sicherheit zu stärken, sichern die Mitgliedsländer der UNASUR der verfassungsmäßigen Regierung des Präsidenten Evo Morales ihre Vollste und entschiedene Unterstützung zu."

In einer neun Punkte umfassenden Erklärung verurteilen die teilnehmenden Präsidenten aus neun Ländern, der peruanische Außenminister und der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Jose Miguel Insulza, jeden Versuch eines zivilen Staatsstreiches. Das richtet sich vor allem gegen die oppositionellen Gouverneure in den fünf Unruheprovinzen, die mehr Autonomie fordern und deren Anhänger in den letzten Tagen unter anderem Regierungsgebäude besetzt und verwüstet hatten.



Boliviens Präsident Evo Morales zeigte sich deshalb mit der Erklärung hoch zufrieden: "Zum ersten Mal in der Geschichte Südamerikas beschließen die Länder unter sich, die Probleme Südamerikas selbst zu lösen. Es ist bekannt, dass früher, sogar bei internen oder bilateralen Angelegenheiten in Lateinamerika diese in den Vereinigten Staaten entschieden wurden."

Bereits gestern Nacht hatte sich eine Entspannung der Lage abgezeichnet. Vizepräsident Linea und der Gouverneur von Tarija, Mario Cossio, hatten sich in einem Marathongespräch  auf die Bedingungen und Themen eines Dialogs zwischen den Lagern geeinigt - vorausgesetzt, die Gewalt höre auf und es gebe keine neuen Opfer. In den kommenden Gesprächen sollen sowohl die Autonomieforderungen, die von Morales durchgesetzte neue Verfassung und die umstrittene Einbehaltung einer Energiesteuer diskutiert werden.

"Im Grunde wollen wir wirklich den Dialog", sagte Cossio. Dafür dürfe es keine Vorbedingungen geben, weder von der einen noch von der anderen Seite - "denn das würde nur den Anfang behindern. Ich glaube, die Themen, die uns Sorgen machen und die mit diesem Prozess der Militarisierung von der einen und der Mobilisierung auf der anderen Seite in Zusammenhang stehen, müssen Teil der vorläufigen Einigung beim Prozess des Dialogs sein."

 
Quelle: ARD, tagesschau.de (Auszug)
vom 16/09/2008
 
   
   
 
 

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