Blei ist der zweite Rohstoff, der in der laufenden Rohstoff-Hausse seine um die Inflation der letzten Jahrzehnte bereinigten historischen monatlichen Höchststände überschreitet, so die Experten von "BörseGo" in ihrem aktuellen "Rohstoff-Report".
Dies berichte Barclays, einer der zwölf Händler an der LME, in einer aktuellen Studie. Nur Nickel gehöre in diesen erlauchten Kreis, obwohl Rohöl und Heizöl sich angeschickt hätten, ebenfalls über ihre inflationsbereinigten historischen Niveaus hinaus anzusteigen. Der monatliche Durchschnittspreis von Heizöl habe im November bei 2,30 Dollar pro Gallone gelegen - der höchste im Durchschnitt pro Monat bezahlte Betrag habe bei 2,35 Dollar gelegen und sei im Juni 1979 erreicht worden.
Auch Erdöl, das im bisherigen Monatsschnitt bei 86 Dollar notiere, könnte bald das historische Hoch im Monatsschnitt aus dem November 1979 bei 94 Dollar überschreiten. Weiter entfernt würden die historischen Hochs noch bei Gold liegen, dessen aktueller November-Durchschnittspreis bei 756 Dollar pro Feinunze liege - das historische Hoch sei im Monatsschnitt im Januar 1980 bei 1.550 Dollar erreicht worden.
Bei Palladium betrage das Aufwärtspotenzial vom aktuellen Preis von 365 Dollar pro Feinunze zum Hoch im Januar 2001 noch 70% - bei Platin 31%. Besonders hoch sei auch das Aufwärtspotenzial bei den Getreidesorten Mais und Weizen. Mais, das mit einem Preis pro Scheffel (35 Liter) von 3,85 Dollar seit Jahresbeginn mit 4% vorne liege, und bis in die Spitze um 17% angestiegen sei, könnte noch einmal um weitere 70% ansteigen und hätte immer noch nicht das Allzeithoch bei 12,81 Dollar aus dem Oktober 1974 erreicht.
Weizen habe vom aktuellen Preisniveau von 7,97 Dollar noch weitere 60% Aufwärtspotenzial bis zum Hoch aus dem Februar 1974 bei 21,56 Dollar, obwohl der Preis in diesem Jahr bereits um 59% angestiegen sei. Das höchste Potenzial bestehe aber weiter bei Zucker, das im bisherigen Monatsverlauf bei durchschnittlich 10 Cents pro Pound notiert habe, in der Spitze im November 1974 aber schon 1,90 Dollar gekostet habe.
Silber habe sein historisches Hoch im Monatsschnitt im Januar 1980 (bei 88,66 Dollar!) und damit im gleichen Monat wie auch Gold (1.550 Dollar) erreicht. 2 Monate zuvor - im November 1979 - habe US-Leichtöl bei 94 Dollar sein historisches Hoch auf Monatsschnitt erreicht. Würden wir nun eine ähnliche Entwicklung erleben? Öl stehe kurz davor, seine Rekordstände auf Monatssicht zu brechen, und Gold ziehe ebenfalls deutlich an. Seit zwei Tagen springe nun auch das Silber, welches bisher der Goldrally hinterhergehinkt sei, deutlich an.
Ein steigender Ölpreis sei immer schon ein Indikator für eine steigende Inflationsentwicklung gewesen. Edelmetalle würden als Absicherung gegen eine steigende Inflation derzeit reißenden Absatz finden. Johann Wolfgang von Goethe habe einst konstatiert: "Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt." Die historischen - nicht um die Inflation bereinigten Kursniveaus - könnten immer präsenter in den Medien stehen, wenn die Preise insbesondere bei den Edelmetallen weiter steigen sollten. Die starken Preisanstiege bei Silber - +11% oder +1,60 Dollar in zwei Monaten - würden zeigen, welches Momentum die Edelmetalle entwickeln könnten. Die Ralley könnte noch deutlich weiter reichen. Aus charttechnischer Basis würden sich für Silber Kursziele für die nächsten Wochen von 21,50 und 25 Dollar und für Gold 1.000 Dollar eruieren lassen. |